Walt Disney [ Träumer + Realist + Kritiker = Disney Kreativitätsstrategie ]


Walt Disney verfügte über eine universelle Kreativitätsstrategie, die auch von anderen Menschen für die Verwirklichung ihrer Projekte systematisch genutzt wird.

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Walter Elias Disney, 05.01.1901 bis 15.12.1966.
Amerikanischer Zeichentrickfilmer.

Ich ziehe es vor, Menschen mit Spaß zu unterhalten,
damit sie etwas lernen, statt ihnen etwas beizubringen,
damit es ihnen Spaß macht. (Walt Disney)

Walt Disney

Walt Disney war der Sohn eines erfolglosen Geschäftsmannes und Farmers aus dem Mittelwesten der USA und nahm als Sanitäter am Ersten Weltkrieg teil. Ab 1919 arbeitete er in Kansas City als Zeichner in einem Werbestudio, wo er auf Ub Iwerks traf. Kurz darauf machten die beiden sich selbständig und produzierten für die Kansas City Ad Company einige Werbefilme in Zeichentrick. Ab 1922 stellte Disney in Eigenregie kurze Märchenfilme her, die er unter dem Reihentitel Laugh-O-Grams verkaufte. Einen ersten Erfolg hatte er 1923 mit der Serie Alice in Cartoonland, worauf er sich ein Studio in Kalifornien einrichtete und sein Bruder Roy Disney die Geschäftsführung des Disney Brothers Cartoon Studios übernahm. 1926 wurde die Firma in Walt Disney Studios und 1929 in Walt Disney Productions umbenannt. Die noch beliebtere Figur Oswald the Lucky Rabbit nahm der Zeichner Charles Mintz mit, als dieser von Disney wegging.

Daraufhin entwickelte er 1928 zusammen mit Iwerks eine neue Figur, die sie "Mickey Mouse" nannten. Bereits der dritte Mickey-Mouse-Film Steamboat Willie (1928) war mit einer Tonspur unterlegt, womit eine neue Ära für den Zeichentrickfilm begann. Der Einsatz von Musik wurde maßgeblich für die Serie Silly Symphonies, in der mit Flowers and Trees and The Three Little Pigs (1933) auch der erste Zeichentrickfilm in Technicolor entstand.

Um einen größeren Markt zu erreichen, investierte Disney viel Zeit und Geld in seinen ersten abendfüllenden Zeichentrickfilm Schneewittchen und die Sieben Zwerge (Snow White and the Seven Dwarfs, 1937), der nach dreijähriger Produktionszeit ins Kino kam und zu einem Kassenschlager wurde. Darin kam auch die neue Multiplan-Kamera zum Einsatz, unter der die Zeichnungen auf verschiedenen Ebenen liegen und so den Eindruck räumlicher Tiefe vermitteln.

Kurz nach Pinocchio (1940) folgte der künstlerisch sehr innovative Film Fantasia (Fantasia, 1940), dessen Grundkonzept auf die Musik-Cartoons der Silly Symphonies zurückgeht. In der Folgezeit geriet das Studio in einige Krisen, konnte aber nichtsdestotrotz Klassiker wie Dumbo, der fliegende Elefant (Dumbo, 1941) und Bambi (Bambi, 1942) auf die Leinwand bringen. Die 3 Caballeros (The Three Caballeros, 1945) mit dem neuen Disney-Star Donald Duck (seit 1934) präsentierte er eine gelungene Kombination von Zeichentrick und Realfilm.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wandte sich Disney verstärkt dem Realfilm zu und gab beispielsweise die Jules-Verne-Verfilmung 20.000 Meilen unter dem Meer (20,000 Leagues under the Sea, 1954) und das Musical Mary Poppins (Mary Poppins, 1964) in Auftrag. Weiterhin entstanden Zeichentrickklassiker wie Aschenputtel (Cinderella, 1950), Alice im Wunderland (Alice in Wonderland, 1951), Peter Pan (Peter Pan, 1953) und Dornröschen (Sleeping Beauty, 1959).

In dieser Zeit wurde außerdem das Merchandising als neue Einnahmequelle forciert. Das größte Projekt in dieser Richtung war "Disneyland", der berühmte Vergnügungspark in Anaheim bei Los Angeles, der am 17. Juli 1955 eröffnet wurde.

Walt Disney starb kurz vor der Fertigstellung des erfolgreichen Zeichentrickfilms Das Dschungelbuch (The Jungle Book, 1967) an Lungenkrebs. Danach führte sein Bruder Roy die Gesellschaft zunächst allein weiter und weihte am 1. Oktober 1971 einen zweiten Vergnügungspark in Orlando/Florida ein, worauf er nur drei Monate später ebenfalls verstarb.

Nach dem Tod der Studiogründer übernahmen Roy E. Disney, ein Sohn von Roy Disney, Ron Miller, ein Schwiegersohn von Walt Disney, und Card Walker die Leitung der Firma. Sie erwiesen sich jedoch als unfähig, auf den veränderten Medienmarkt der siebziger Jahre zu reagieren. Zeichentrickfilme wie Robin Hood (Robin Hood, 1973) und Bernard und Bianca - Die Mäusepolizei (The Rescuers, 1977) und Realfilme wie Das schwarze Loch (The Black Hole, 1979), Der Drachentöter (Dragonslayer, 1981) und Tron (Tron, 1982) liefen nur mit mäßigem Erfolg im Kino. Im Oktober 1982 wurde das EPCOT Center in Orlando eröffnet, eine Stadt der Zukunft, die noch von Walt Disney konzipiert worden war, aber immense Kosten verursachte.

1984 kaufte der Milliardär Sid Bass einen großen Anteil an den Walt Disney Productions, und die neue Firmenleitung aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Eisner, dem Generaldirektor Frank Wells und dem Studiochef Jeffrey Katzenberg brachte frischen Wind in das Unterhaltungsimperium. Bereits ein Jahr zuvor war die Filmfirma Touchstone gegründet worden, mit der man sich vom "Kinderfilm-Image" des Namens Disney distanzieren wollte. Die erste Produktion Splash - Jungfrau am Haken (Splash, 1984) war ein großer finanzieller Erfolg. In den folgenden Jahren entstanden das Dinosaurierabenteuer Baby - das Geheimnis einer verlorenen Legende (Baby - Secret of the Lost Legend, 1985) und Kassenschlager wie Falsches Spiel mit Roger Rabbit (Who Framed Roger Rabbit?, 1988), Pretty Woman (Pretty Woman, 1990) und Dick Tracy (Dick Tracy, 1990). Auch im reinen Zeichentrick ging es mit Arielle - Die Meerjungfrau (The Little Mermaid, 1990), Die Schöne und das Biest (Beauty and the Beast, 1992), Aladdin (Aladdin, 1992) und Der König der Löwen (The Lion King, 1994) wieder bergauf.

Im April 1992 eröffnete Dick Nunis, der Chef der Disney-Vergnügungsparks, das Euro Disneyland in der Nähe von Paris. ( Text: [ bk ] - (C) 1990-98 www.epilog.de )

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