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Lesezeichen [ Info senden # QR-Code ] Fr 23 Juni 2017 00:18:01


 Pressespiegel
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Einsatz auf der Brooklyn Bridge

Von Gesine Jordan

Bayern ist ein Exportland - auch für Talente. In einer Sommerserie stellt die "Welt am Sonntag" bayerische Karrieren vor - wie die der Trainerin Ariane Hundt.

"Faster, faster, faster! Pull, pull, pull"! Es ist kurz vor sieben Uhr morgens, mitten auf der Brooklyn Bridge in New York. Seit einer halben Stunde scheucht Fitnesstrainerin Ariane Hundt ein Dutzend Sportwillige über die wohl berühmteste Hängebrücke der Welt. Die Ex-Traunsteinerin hatte vor gut einem Jahr eine sowohl einfache wie auch geniale Idee: das Brooklyn Bridge Boot Camp.

Bei dem einstündigen Intervalltraining laufen die Teilnehmer von Manhattan aus los, auf dem separaten Fußgängerweg oberhalb der Hauptfahrbahn. An den beiden Türmen der Brücke absolvieren sie Übungen für Beine, Po, Arme und Bauch. Wer schwächelt, wird von der 33-Jährigen wie ein Drill-Instruktor angefeuert: "Pull, pull, pull!". Auf der Brooklyn-Seite sprinten die Teilnehmer die Treppen herunter und hinauf, "faster, faster, faster", bevor es die knapp zwei Kilometer lange Strecke wieder zurückgeht. Auf der Brücke weht immer eine leichte Brise und bringt frische Luft.

Das Brooklyn Bridge Boot Camp gilt als eines der härteren Workouts in New York. Trainiert wird frühmorgens, dabei werden in einer Trainingseinheit durchschnittlich 800 Kilokalorien verbraucht. Maximal 15 Leute kommen täglich, trainiert wird von Mai bis Oktober. Die Stunde kostet 20 Dollar, es gibt keine jahrelangen Mitgliedschaften oder sonstige Verpflichtungen. Die Teilnehmer des Outdoor-Ganzkörpertrainings sind Manager, Models, Rentner, aber auch Mütter, die endlich die letzten Schwangerschaftspfunde loswerden wollen.

Es gibt keine Duschen, keine Garderoben, dafür die spektakulärste Aussicht, die ein Fitnessstudio bieten kann: die Skyline von New York. Der Blick reicht von den niedrig gebauten Gebäuden in Brooklyn über den East River bis hin zu den Wolkenkratzern Manhattans auf der anderen Seite. Die Brooklyn Bridge ist nicht nur Wahrzeichen. Als "Sehnsuchtsbrücke" in das Herz von Manhattan ist sie Symbol für den Traum eines besseren und glücklicheren Lebens. Ein Traum, wie er für Ariane Hundt wahr geworden ist.

Aufgewachsen in Waging am See und Traunstein träumte sie schon als Kind vom Big Apple. TV-Serien wie "Baywatch" oder "Beverly Hills 90210" prägten sie. "Ich fand die positive Lebenseinstellung, die in den Serien rüber kam, faszinierend." Mit zehn verknallte sie sich in das TV-Wunderkind "Doogie Howser" und beschloss als Erwachsene wenigstens ein Jahr in die USA zu gehen, wie schon ihre Mutter.

Ein Poster von Manhattan über dem Bett hielt den Traum wach. In München machte sie eine Ausbildung zur Erzieherin für geistig behinderte und verhaltensgestörte Kinder. 1997, mit 21 Jahren ("alt genug um hier zu trinken"), ging sie als Au-pair nach Washington D.C. "Ich wollte aus Deutschland weg, fand die Stimmung so negativ." Aus dem einem Jahr in Washington wurden drei. Hundt begann ein Psychologiestudium, um Therapeutin zu werden. Während einer Studie über Teenager mit Alkohol- und Drogenproblemen knüpfte sie Kontakte in die Marktforschung - und immer lockte der Big Apple. "Die Energie, die Masse von Menschen, die verschiedenen Kulturen. Und überall spürt man diesen Drang 'Du schaffst es'." Mit 24 Jahren kam sie schließlich dort an.

Nach Deutschland kehrte sie nicht mehr zurück, stattdessen ging es rasch die Karriereleiter nach oben. Hundt wurde Direktorin für pharmazeutische Marktforschung. Für den tollen Titel und 15 Stunden Arbeit täglich gab es zwar nicht viel Geld, aber eine Krankenversicherung. "Diese Stadt kann dir viel Energie geben, aber sie fordert dich auch. Wenn du eine gute Wohnung hast und gut Geld verdienst, dann ist es wunderbar. Aber wenn du dir eine Wohnung mit einem Mitbewohner teilen musst, weil du es allein nicht finanzieren kannst ... "

Ein paar Jahre hielt sie den Knochenjob durch, dann habe sie realisiert, dass sie in der Marktforschung nicht glücklich werde. "Ich wollte nicht mehr für die Pharmazie arbeiten und denen erklären, wie man noch mehr Medikamente in Patienten stopfen kann. Meine Philosophie ist eine ganz andere: Krankheitsvorbeugung durch gesunde Ernährung, Fitness und eine positive Lebenseinstellung."

Die Marathonläuferin hatte beizeiten den Fitnesstrainerschein und eine Ausbildung zum Master der neurolinguistischen Programmierung, kurz NLP, gemacht. Ihr 31. Geburtstag war dann der Wendepunkt, beruflich wie privat.

"Seitdem ich die Entscheidung traf, meinen Job aufzugeben, meine siebenjährige Beziehung zu beenden und wieder auf die Uni zu gehen, um meinen Master in Ernährungswissenschaften zu machen, fallen mir die Möglichkeiten fast in den Schoß." In knapp zwei Jahren wandelte sich Ariane Hundts Leben komplett: Von der Zahlenjongleurin wurde sie zur Wellnesstrainerin und sie verdient jetzt doppelt soviel, bei halber Arbeitszeit.

Dank NLP, einer Form der Kurzzeit-Therapie, die oft im Coaching benutzt wird, versteht Hundt es, die Teilnehmer zu motivieren damit diese ihren inneren Schweinehund überwinden.

Das Brooklyn Bridge Boot Camp läuft so erfolgreich, dass Hundt inzwischen weitere Trainer engagiert hat: "Die Fitnessbranche ist nicht wirklich eine schwierige Branche. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich genügend Ideen habe. Und ich weiß, dass ich an den Schreibtisch zurückgehen kann, wenn ich will oder muss." Aber das ist nicht der Fall: Als Personal Trainer, Ernährungsberaterin und mit dem täglichen Morgenlauf auf der Brooklyn Bridge ist sie gut im Geschäft.

Nach Bayern kommt die 33-Jährige kaum noch, obwohl ihr Seen, Berge und die "frische Luft" schon fehlen. Doch selbst das kann für sie nicht mit New York konkurrieren. "Du siehst hier alles, pure Armut und abartigen Reichtum. Es ist einfach aufregend, Teil dieses Geschehens zu sein. Ich habe einen tollen Beruf, in dem ich Leuten helfe, sich besser zu fühlen, gesund und fit zu werden, und vor sieben Monaten habe ich auch noch meinen Traummann getroffen."

Gegen die Sehnsucht nach Bayern und München hilft ein Besuch mit ihrer deutschen Freundin im Lokal "Zum Schneider" in der 7. Straße. "Dann gönnen wir uns bayerisches Bier und Schupfnudeln - das schmeckt!"


Quelle: Die Welt, 16. August 2009.


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Der Inhalt dieser Seite wurde am 26.05.2016 um 09.45 Uhr aktualisiert.
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